Berlinisch für Touris, Zugereiste und Anfänger, sehn se det is meen Berlin

Quelle: aus berlinonline und von uns überarbeitet

Heinrich Zille Heinrich Zille

Uns kann keener - 


und im Ernstfall könnense uns alle!

Heinrich Zille, Berliner Original Heinrich Zille, Berliner Original

Der Berliner, so sagt man, hat das Herz am rechten Fleck und eine große Schnauze.


Der Fremde steht der Schnoddrigkeit und dem Mutterwitz oft hilflos gegenüber.
Die sprichwörtliche „Berliner Schnauze", die nämlich nicht nur von Berlinern, sondern ebenso von „Auswärtigen", von „Wessis" als „berühmt, berüchtigt und gefürchtet" charakterisiert wird.


Berühmt, weil die Berliner Schnauze berüchtigt ist und dies wiederum, weil sie gefürchtet wird.

Der Berliner erhält außerhalb seiner Heimatstadt nicht wie gewohnt seine "Schrippe", sondern ein Brötchen. Er trinkt "Muckefuck" und nicht Malzkaffee und mag mit Marmelade gefüllte "Pfannkuchen", die anderswo in Deutschland als Berliner bekannt sind. Er verwechselt mir und mich - jedoch nicht mein und dein, sagt "ick, det und wat" (ich, das, was). Eisbeene mag er sehr und ne "Molle mit´n Korn" ist sein Lieblingsgedeck.


Grundlage des Berliner Dialekt, Jargon, Mundart, Idiom oder Slang bilden das märkische Platt, das im brandenburgischen Raum bis ins 19. Jahrhundert weit verbreitet war, sowie das im späten Mittelalter jeweils von feudalen Herrscherdynastien hineingetragene Hochdeutsch.


Hinzu kamen Einflüsse aus dem Sächsischen und anderen deutschen Dialekten.


Vor allem die Hugenotten brachten nicht nur die feine Küche, sondern auch viele französische Begriffe wie Destille, Buletten oder Budike (Boutique) mit. Auch heute kommt der Berliner noch leicht in die Bedrullje (Bedrängnis) wenn etwas aus der la meng (Hand) macht.


Weitere Zutaten kamen aus dem Jiddischen (z.B. Asche, Draht, Kies, Moos, Pulver, Zaster, Zimt für Geld), ebenfalls aus dem Niederländischen (z.B. pellen, polken, ..) und dem Slavischen (z.B. Lanke, Luch, Kaleika). Nicht zuletzt bereichern die Berliner Ihre Sprache mit Eigenschöpfungen (z.B. Quatratlatschen oder Quasselstrippe).


Ansonsten ist das Berlinische durch eine besondere, bestimmten Regeln folgende Aussprache zahlreicher Wörter ("au" wird in manchen Fällen zu "oo", "ei", "ee", "g" zu "i".) charakterisiert und weist grammatikalische Eigenheiten auf

Berliner Wörterbuch hier jehts zum Lexikon,klick ma´druff damitte weeßt wat wa meenen wenn wa uns bequatschen

Gibt Dir dat Leben eenen Knuff,
dann weene keene Träne.
Lach Dir'n Ast, und setz' Dir druff,
und baum'le mit die Beene.

ab hier kannste ma kieken üba wat wa lachen können

Ein Berliner Ehepaar trifft im Urlaub auf eine Schafherde. Jeh nich so dichte ran, Jünter, sonst komm ick noch mit´em Falschen nach Hause.

Ick ´n Schutzmann fragn, lieba valoofe ick mia

Ick mia Seefe koofen, liaba wasch ick ma nich

Ein Kölner und ein Berliner wetten, wer von beiden am besten lügen kann. Wetteinsatz für jeden fünf Mark. Der Kölner: `Neulich bin ich von der Spitze des Kölner Doms aus wie ein Vogel über Köln geflogen´. Wortlos steckt der Berliner beide Fünfmarkstücke ein. Was denn, ruft der Kölner, du hast doch noch gar nicht gelogen. Darauf der Berliner: `Ick hab dir fliejen sehn.´

Als Jugendlicher hasste ick es auf Hochzeiten zu jehen. Meine Tanten piekten mir dort nämlich dauernd in die Seite und sagten: >Als nächstes bist du dran!< Sie hörten erst schlagartig damit auf, als ich anfing, auf Beerdigungen das gleiche zu machen..!

An der Sektorengrenze noch zu Mauerzeiten treffen sich zwei Dackel, einer aus Ost-, der andere aus Westberlin:" Wat willste denn hier", fragt der westliche Dackel."Kriechste nich jenuch zu fressen?" " Fressen jeht so,ick wollte ma bloß n´´ bisken bellen." Antwortet der Ostdackel.

Ein Berliner wurde nach dem wichtigsten Unterschied zwischen bayrischen und Berliner Dialekt befragt.

"Janz eenfach! Der Bayer sagt >Man lernt halt nie aus<

und der Berliner sagt > Det ham wa schon längst jewußt.<

Zille sitzt am Stammtisch, und ein Freund liest aus der Zeitung vor: < Also da soll man keene Angst kriejen. Hier steht, det bei jeden Atemzuch, den ick mache, een Mensch stirbt.<

Stille!

Dann sagt Zille nachdenklich:> Warum nimmste denn keen Mundwasser?<

Aufgeregt stürzt der Mann in das Polizeirevier.

"Herr Wachtmeesta, schnell kommen se mit. Meene Schwiejamutta hat sich uffjehängt."

Seelenruhig fragt der Polizist" Ham se ihr abjeschnitten?"

" Wo denken se hin, wo se doch noch jelebt hat."